Warum kein Topf? Kettenwachskocher sind überbewertet
Share
Hier die überarbeitete Version mit dem Wasserbad-Aspekt:
Hallo Kettenwachsfreunde und Interessierte,
ich bin's, Patrick von 24SENDIT. In den letzten Jahren habe ich mich immer intensiver mit dem Thema Kettenwachs beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen: Es muss gar nicht so kompliziert und wissenschaftlich sein, wie man es bei GCN und Co. oft hört.
Warum? Die meisten Fahrer, die sich mit Kettenwachs befassen, sind über Freunde, YouTube oder Ähnliches darauf gestoßen – und bei mir war es genauso. Ich dachte, ich bringe ein Profi-Setup auf mein Rennrad und alles wird super. Und da war tatsächlich was dran. Denn gerade wenn man keinen Garten hat und irgendwo an seinem Rad schraubt, landet das Schmiermittel am Ende überall – nur nicht da, wo es hin soll. Eine gewachste Kette fährt sich außerdem deutlich leiser. Kein Knirschen mehr, bei dem man förmlich hört, wie sich der teure Antrieb langsam auflöst.
Nachdem wir unsere Wachsmischung und den passenden Entfettungszusatz entwickelt hatten, dachten wir: Am praktischsten und zugänglichsten für unsere Kunden ist es, das Wachs einfach im Kochtopf oder im Wachsbeutel aufzutragen.
Kurz darauf sah ich auf YouTube und Co. immer mehr spezielle Geräte zum Wachsen. Das Lustige daran: Es handelt sich dabei immer um bereits existierende Geräte. Wer schon mal in einem Barbershop oder Nagelsalon war, erkennt die klassischen Wachsschmelzgeräte sofort wieder. Und wer schon einmal im Labor oder in einer Werkstatt etwas entfettet hat, erkennt die moderneren Geräte einfach als Ultraschallreiniger.
Statt den Aufwand zu verringern, kauft man sich also ein zusätzliches Küchen- oder Garagengerät. Ich glaube, wir sind deshalb die Ersten, die bewusst auf einen einfachen Topf setzen.
Das wohl stärkste Argument der Gerätefans ist die Temperaturkontrolle: Ein spezielles Wachsschmelzgerät hält die Temperatur konstant, sodass das Wachs nicht überhitzt. Das ist ein berechtigter Punkt – lässt sich aber ganz einfach mit einem Topf im Wasserbad lösen. Da Wasser bei 100 °C kocht, kann das Wachs gar nicht heißer werden und somit auch nicht überhitzen oder anbrennen. Man erhält also genau dieselbe Temperatursicherheit wie bei einem teuren Gerät – nur eben mit zwei Töpfen und ohne Extra-Anschaffung.
Und genau das ergibt am meisten Sinn: Ein einfacher Topf kostet nur einen Bruchteil eines speziellen Wachsschmelzgeräts, erfüllt aber exakt denselben Zweck. Das Wachs muss lediglich gleichmäßig und kontrolliert geschmolzen werden – dafür braucht es weder Ultraschall noch ein teures Spezialgerät. Ein Topf ist schnell zur Hand, einfach zu reinigen und lässt sich bei Bedarf problemlos ersetzen. Warum also Geld für ein Gerät ausgeben, das am Ende nichts anderes macht als ein Topf für wenige Euro? Wer mit Kettenwachs einsteigen möchte, sollte sein Geld lieber in gutes Wachs investieren – nicht in unnötige Technik.